Michael Schmid

Ich bin Inhaber der Firma it-dialog e.K. und entwickle seit 30 Jahren Produkte und leite seit 25 Jahren Projekte im Umfeld IT, Telekommunikation und Unternehmensorganisation, gerne auch als Interim Manager. Meine Erfahrung kombiniert mit Ereignissen der Gegenwart beschreibe ich journalistisch als Zeitzeuge; gerne über Dinge, die aus meiner Sicht auch besser laufen könnten. Ich hoffe auf Interessenten und Diskutanten

Webseite-URL: http://www.it-dialog.com
Donnerstag, 04 Juli 2013 10:26

Die Entwicklung von neuen Produkten erschliesst viel Neuland und benötigt umfangreiche Erfahrung in verschiedenen Bereichen sowie ein fundiertes Grundlagenwissen.

Hätte Frau von der Leyen in 2009 externe IT Berater gehabt, wäre ihr das Missgeschick nicht passiert, eine völlig nutzlos- und wirkungslose Internetsperre zu bevorschlagen, die auf hauptsächlich technischem Unsinn basierte.

Mir gehts nicht um die Hintergründe für die Sperre, sondern die Art der technischen Planung, die offenbar von wenig informierten Personal empfohlen wurde. Ich kenne keinen IT-Freiberufler, der den Unsinn nicht sofort erkannte. Manche haben dann mit ihrem Wissen reagiert und der Unfug war vom Tisch.Würde so ein Unfug in der freien Wirtschaft geschehen, wäre ein auf dieser Wissensbasis geschaffenes Produkt möglicherweise der Sargnagel für das beauftragenden Unternehmen.

Wieso ist das so?

Normalerweise entsteht ein Produkt wie ein CRM System oder ein MediaReceiver so, dass es eine Reihe von Internen gibt, die sich damit befassen. Aber nicht nur bei der Entwicklung, sondern auch im Nachhinein beim "Lifecycle". Das heisst, diese Leute sind erstmal aus dem Dunstkreis der Neuentwicklung grösstenteils verschwunden.

Die Externen sind nach Erstellung des Produkts auch und in der Regel bereits schon wieder verschwunden und in neuen Firmen tätig. Etwa bei der Entwicklung von Kabelmodems oder in der Kryptografie oder wie aktuell ja bekannt. brauchen wir ja jetzt SEPA.

Aus dieser einfachen Darstellung resultiert (grob, es trifft nicht immer zu): Der Interne klebt an Langweiligem, der Externe verschafft sich neues Wissen.

Ich habe zum Beispiel eine Ausbildung in Weitverkehrstechnik (Richtfunk). Klar dass ich im Bereich von SAT-DVB-Technologie daher schon sehr viel Ahnung habe.

Aus dieser einfachen "Logik" resultiert, es ist für alle Parteien sinnvoll, sich der Dienste von Externen zu bedienen.

Diese Möglichkeit hat die Deutsche Telekom aber nun in Zusammenarbeit mit den Parteien und dem Nichtbehandeln des Scheinselbständigkeitsgesetzes (wieder etwas, mit dem Frau von der Leyen befasst ist) in Deutschland mit erheblicher Unsicherheit beworfen.

Ich hoffe, dass der Rest der Welt weiss, und es ist nicht sehr schwierig, dieses Wissen zu bekommen, dass nur wenige Kriterien zu erfüllen sind, um nicht als scheinselbständig eingestuft zu werden. Sie finden alle Informationen im Internet. (Natürlich eher weniger bei den Werbe-Webseiten von Rechtsanwälten, da diese eher davon gekennzeichnet sind, ein Schreckensszenario zur Erwägen der Inanspruchnahme von deren Diensten aufmalen)

 

 

Dienstag, 02 Juli 2013 08:57

Meine Hypothese: Die Bilanz der Deutschen Telekom zeigt für 2012 einen Fehlbetrag von 5 Mrd. Euro, die aktuelle strategische Aktion der Telekom zum 2. Halbjahr 2013 verschafft ihr täglich mindestens 2,5 Mio. Euro Einsparung. Also geschätzt für 2013 rund 300 Mio Euro Entlastung, doch dies ist erst der erste Schritt. Langfristig geht es den Festangestellten an den Kragen. Das finden wir natürlich gar nicht gut, denn wo sollen in D noch gute Produkte entstehen?

Der Text der folgenden Zeilen beinhalten kein Beraterwissen aus direkten Quellen der Deutschen Telekom, sondern sind hauptsächlich eigene Hypothesen zu einer Bilanz-Verbesserungs-Strategie des Unternehmens in 2013. Achtung: Der Text ist für Angestellte der Deutschen Telekom unverträglich! Daher dringende Warnung: Bitte lesen Sie den Text nicht.

Während meiner Beauftragung durch die Deutsche Telekom zwischen den Jahren 2008 bis 2012 in verschiedenen Auftragsverhältnissen habe ich immer wieder die Feststellung machen müssen, die Firma kümmert sich nicht um die Vermeidung von Scheinselbständigkeit und ignoriert das Thema fast stoisch. Ich habe bei mehreren Gelegenheiten intensiv darum gebeten, die Merkmale zu vermeiden. Aber man wusste nicht, worüber ich rede. Dabei war mir wichtig, dass meine Selbständigkeit nicht in Zweifel gerät, und daher sahe ich es auch als wichtig an meinen Auftraggeber auf ein vermeidbares Risiko aufmerksam zu machen. Nun wird aber mit eisernem Besen gefegt, so gut wie jeder steht nun ohne Beauftragung da. Dazu gibt es ein paar Anmerkungen, denn ich behaupte, es geht gar nicht um diese Scheinselbständigkeit, sondern da steckt möglicherweise mehr dahinter.

Wie auch immer, die Telekom operiert aus Eigennutz in Gefilden auf eine Art und Weise, die meine professionelle Arbeit behindert. Das dabei taktisch eingesetzte Mittel der Scheinselbständigkeit beruht auf eine von der damaligen Regierung eigentlich gut gemeinte und sinnvolle Methode, ausbeutende Leiharbeit zu verhindern, schaffte aber für IT oder TK orientierte Kopfarbeiter zwangsweise sehr viel Rechtsunsicherheit; es zeigt sich immer wieder, dass die Festangestellten mit dem Thema nicht befasst sein wollen oder schlicht überfordert sind, denn es ist für sie selbst ja nicht wirklich wichtig, also kennen sie sich auch nicht gut aus.

Im Februar 2013 stellt die Telekom per Präsentation der Bilanz fest, dass viel Geld fehlt (laut Analysten 5 Mrd Euro). Der folgende Artikel zeigt, wieso diese 5 Mrd Euro im Zusammenhang mit der (willkommenen) Debatte zur Scheinselbständigkeit bei der Telekom zusammenhängen könnten, denn zunächst kann man annehmen, dass das 2. Halbjahr 2013 der Telekom durch diese Massnahme knapp 300 Mio Euro Ersparnis ermöglicht. Das sind zwar noch keine 5 Mrd, aber auch schon mal was.

Was ist ausser dem 5 Mrd Euro Defizit denn nun im Gebiet der extern Beauftragten passiert und wieso fügt sich das so toll in die vermutete Strategie ein?

Die Telekom hatte früher Kopfarbeiter direkt beauftragt. Diese Art von Beauftragungen wurde gekündigt, nachdem ein Lieferantensystem bezüglich Personalmaterial (!!) mit Agenturen verschiedenster Couleur etabliert worden ist. Nach Migration der vorher direkt beauftragten Freelancer in Beauftragung durch Agenturen, wurde den Agenturen Daumenschrauben angelegt: Stundensatzkürzungen bis 22% waren gefordert ebenso wie die Ausdehnung der Zahlungsziele auf über 180 Tage (eine Dienstleistungsrechnung ist sofort zu begleichen; Zahlungsziele rechtfertigen sich nur bei Handelsware).

Die Agenturen versuchten nun, die neuen Einschränkungen weiterzugeben, was sie beispielsweise bei mir und meinen Kollegen aus dem direkten Umfeld nicht geschafft haben, denn wir haben das Verhandlungsergebnis zwischen Telekom und Agenturen nicht beeinflussen können. Wieso sollten wir also den Nachteil aus deren schlechten Verhandlungen in Kauf nehmen?

Wenn Sie das bis hierher verstanden haben, werden Sie natürlich sofort fragen, wieso das Telekom Management eine schädliche Entwicklung für ihre preferred Supplier überdacht? Hat die Telekom dies etwa in Kauf genommen? Oder hat sich hier ein Einkäufer einmalig profilieren wollen? Ist der noch im Amt?

Anfang des Jahres ging eine der Agenturen (Lenroxx, Heidelberg) pleite und deren Selbständige standen plötzlich da (mit teilweise einer Steuerlast von fast 70% wenn man die Mehrwertsteuer einrechnet) und waren ziemlich verdattert. Einige davon (man munkelt, so über 1.000 Freelancer) klagten auf Einstellung. Doch welcher Freelancer tut das? Das ist nur die Spitze des Eisbergs, der Rest will ja Freelancer sein und mit der Telekom irgendwann ja auch nichts mehr zu tun haben. Das bedeutet, man kann durchaus vn viel mehr Freelancern ausgehen, die da plötzlich freigesetzt worden sind. Ich beziffere die Zahl sehr vorsichtig auf 4.000.

Daher ist es mit Sicherheit nicht untertrieben, wenn man annimmt, die Telekom spart genau zum Wechsel in das neue Halbjahr knapp 300 Millionen Euro (oder 2,5 Millionen Euro pro Tag). Für die Bilanzprognose 2013 eine tolle Möglichkeit.

Ein weiteres interessantes Geschehen ist dies: Die Telekom beauftragte ein Rechtsanwaltsbüro zur Vorsortierung und Beurteilung der Scheinselbständigen. Für die Beurteilung gibt es Gerichte und sonst keine Instanzen. Alles andere wäre Anmassung. Zudem scheint es ja gerade so, als wäre die Telekom das einzige Großunternehmen entweder ohne Justitiariat oder das mit einer sehr schlechten Besetzung.

Bei der Beauftragung eines Rechtsanwaltsbüros steht natürlich die Frage im Raum, unter welcher Risikotoleranz "beurteilt" werden soll. Nachdem nun fast alle Externen per 30.06.2013 rausgeschmissen wurden, war klar, der Auftrag muss ein Scheinbeurteilungsauftrag gewesen sein, wegen des offensichtlichen Null-Toleranzrisikos.

Natürlich ist es nicht das Ziel der Telekom, sich inhaltstechnisch ausbluten zu lassen; also werden einige wenige nun in Festanstellungen "promoviert". Nur werden die sehr guten Externen nicht sehr gerne Festangestellt und wenn, dann nur unter erheblich höherem Preis.

Die Telekom hatte drei Preiskategorien in der fraglichen Externenklasse diktiert die nocheinmal in drei verschiedene Tätigkeitsgruppen unterteilt waren. Der höchste Stundensatz liegt dabei unter der Regel, die besagt, wenn man das Jahresgehalt des Festangestellten durch 1.000 dividiert erhält man den Basisstundensatz des entsprechenden Beraters, der aber noch etwa 30% Aufschlag benötigt. Dies bedeutet, die Festangestellten verdienten mehr, was wiederum Fragen aufwirft.

Klar ist auch, wenn plötzlich viele Externe bei der Telekom aktiv sind und man sie ungeachtet inhaltlicher Notwendigkeiten einfach von heute auf morgen nicht mehr braucht, waren sie auch vorher unnötig.

Soviel zu den Gedanken und Begründungen für die erste Welle des Maßnahmenkatalogs zur 5 Milliarden-Frage.

In Wirklichkeit ist das aber nur der Anfang. Die Telekom verfügt über viele Festangestellte, die sie eigentlich nicht braucht. Nun kann man diese Festangestellten nicht loswerden, wenn man viele Freiberufler beauftragt hat. Also kann man in der zweiten Welle die Festangestellten rauswerfen, von denen man sich sonst nicht lösen könnte.

Das werden auch mehr sein als man glaubt, denn es ist viel günstiger, Abrechnungszentren, Programmierzentren und Flatratekürzungszentren in Indien zu betreiben als hier. Die Telekom müsste man sowieso fragen, wieso sie das nicht schon längst gemacht hat.

Wir werden sehen, ob und wie die zweite Welle kommt.

Die oben beschriebene hypothetische Strategie der Deutschen Telekom ist deswegen so genial, weil sie nun (ohne wirklichen Grund) so tun kann, als würde sie moralisch dem Land ganz toll helfen. Die perfiden Dinge daran sind, dass das genaue Gegenteil beabsichtigt ist.

Nichtsdestotrotz habe ich die Politik zu dem Thema angesprochen, denn die Rechtsunsicherheit in dem Zusammenhang mit IT oder TK Freelancern ist nicht in Ordnung. Es gibt zudem keine wirklichen Maßnahmen, sich zu schützen.
Die aktuelle Auskunft der von mir kontaktierten Politiker ist, dass nun Sommerpause sei und dann die Wahlen kämen. Also ist davon auszugehen, dass die Gesetzesänderung nicht vor 2014 zu erwarten ist. (Wozu brauchen wir dann noch Politik?) Mad

Noch eine Info: Es gab dort auch einen Mitarbeiter mit Wohnsitz Österreich und Steuer plus Rentenzahlung nach den östereichischen Gesetzen. Dieser Selbständige und exzellente Experte fällt überhaupt nicht in die Regel zur Scheinselbständigkeit. Deswegen war hieraus nicht der Grund abzuleiten, dass er nicht mehr dabei ist. Dies werte ich als Hinweis: Wäre er da geblieben, könnten wir Deutsche Selbständige in der EU dagegen klagen, von der deutschen Gesetzgebung benachteiligt worden zu sein.

Deutschland ist ein Land, das Wissen und Know-How exportiert und es sind die besten Köpfe nötig, diesem Wissen Form und Farbe über Produkte sichtbar zu machen. Dazu ist eine Symbiose zwischen Festangestellten und Externen nötig. Die einen stehen für Kontinuität, die anderen für extrem komprimiertes weil an vielen Stellen erworbenes Spezialwissen.

Meiner Ansicht nach gefährdet die Telekom weitere Vertragsabschlüsse von externen Beratern und deren Kunden ganz erheblich (und trägt dazu zu einer auch mich betreffenden eher belastenden Situation bei). Denn, wenn das Rechtsanwaltsbüro nun erfolgreich war, wird es seine Dienste problemlos und gerne anderen Firmen anbieten und der Markt für Freiberufler verschärft sich ganz drastisch. Die Telekom war nicht das einzige Unternehmen, das unangemessene  Vertragsneuparameter einfürhte. Auch die Deutsche Bank und Andere haben sich angeschlossen.

Darum ist anzunehmen, dies neue Verfahren könnte ähnliche ungesunde Auswirkungen auf den Markt haben.

 

Sonntag, 09 Juni 2013 19:34

"Sofern die Mathematik die Realität betrifft, ist sie ungewiss, ist sie jedoch gewiss, betrifft sie nicht die Realität."

Albert Einstein über das Wesen der Modellhaftigkeit und ihrer Grenzen.

Es bedeutet, ohne Risikointelligenz versuchen Sie, eine Entscheidung aufgrund einer Entscheidungssicherheit zu treffen, die es nicht gibt.

 

Dienstag, 04 Juni 2013 14:26

Lotus Notes/Domino, ein Traum mit Kacheln

Ich hatte mal die Aufgabe in einem Großprojekt ein "Enterprise Content Management (ECM)" (früher sagten wir Intranet dazu) aufzubauen. ´Natürlich ließ ich meinem Kunden freie Wahl: Entweder das schon weit ausgereifte Lotus Notes oder das gerade als Nachbau von Lotus Notes entstandene Microsoft Exchange. Der Kunde, eine englische Firma, stand Lotus näher als Microsoft, darum fiel die Entscheidung entsprechend.

Dienstag, 06 November 2012 20:47

Wenn ich mit meinem Auto durch eine Kurve fahre, so geht das absolut automatisch und war bisher immer sowohl sportlich als auch gefahrlos. Na, ehrlicherweise nicht immer, aber schon lange völlig ohne jeglichen Schaden. Es macht sogar Lust und Freude, die Zentripetalkraft zu spüren.

Ich bin der Frage nachgegangen, wieso das so ist, und was eigentlich passiert. Das Ergebnis der Beobachtung kann man ungefähr so beschreiben: In mir läuft ein Film ab, wie das Auto durch mich gesteuert durch die Kurve fährt, angefangen von der gedachten Linie bis zu den gefühlten freudig empfundenen Kräften auf mich, sorgen meine Arme am Lenkrad und mein Gasfuß dafür, daß dieser Film aus der Zukunft Realität wird.

Projekt Kurve erfolgreich abgeschlossen, das Produkt Kurvenfahrt liegt hinter mir.

Das könnte nun doch bedeuten, wenn es gelingt, einen Film vom Einsatz eines Projektergebnisses, des Produkts beim Kunden zu erzeugen, wird die Herstellung des Produkts nur ein Nachbauen des Films. Im Team des Films, den man gemeinsam im Vorfeld erzeugt hat.

Natürlich beeinflußt das Team das Filmergebnis, denn jeder hat seine Vorstellungen sowohl von der gemeinsamen Arbeit, als auch vom gemeinsamen Ergebnis.

Sie haben gemerkt, die Rolle des Teams und die Würdigung der Filme eines jeden Teammitglieds sind von entscheidender Bedeutung.

Wenn ich natürlich nicht weiß, welcher Geschwindigkeitsbereich für mein Auto unter Berücksichtigung zum Beispiel der Wetterbedingungen sind, kann das Auto nicht sicher durch die Kurve fahren. Es ist also zum Beispiel beim Ersinnen von Services/Produkten um IPv6 unerlässlich, die Randbedingungen zu kennen. Insbesondere als Physiker.

Darum kann ich als Techniker und Kenner der Randbedingungen dazu beitragen, daß der gemeinsame Produktfilm hinreichend Substanz hat.

Als Analyst von Merk- und Fühlprozessen von Projektmitstreitern kann ich sogar dafür sorgen, daß eine große Gemeinsamkeit entsteht. Das ist das, wofür ich brenne.

Manche Hintergrundbilder hat mein Vater gemalt. Ich habe ihn mal gefragt, wie er so schöne Bilder macht, wann sie entstehen. Seine Antwort war, lange bevor sie, schon völlig existent, dann auf die Leinwand kommen.

 

Dienstag, 17 Juli 2012 19:31

(Eine wahre Geschichte um eine Lieferanten, der durch eine Unachtsamkeit des Auftraggebers aufatmen konnte. Die Geschichte trug sich vor Jahren so zu.)

Ein Lieferant stellte kurz vor Fertigstellung eines beauftragten Produkts fest, daß sich ein unangenehmer Fehler eingeschlichen hat, der sich vor Kunde des Auftraggebers möglicherweise zeigen würde. Alle Parteien waren im üblichen Fertigstellungsdruck.

Da man ja nett sein will, was auch gut ist, stellte man dem Lieferanten die Frage, ob er bitte analysieren könnte, mit welcher Wahrscheinlichkeit der Fehler denn auftreten wird. -PENG-, schon war es passiert. Die Frage des Auftraggebers suggerierte nämlich, und zwar völlig unbeabsichtigt, daß man gewillt wäre, den Fehler als eher unbedeutend einzustufen.

Der Projektmanager des Lieferanten kramte sofort alle Argumente (inklusiver aller möglichen Scheinargumente) eine Beweiskette zusammen, welche dem Auftragnehmer die Möglichkeit nahm, konsequent die Korrektur des Fehlers durchzusetzen. Dies hätte das Risiko des Auftragnehmers drastisch reduziert.

Fazit

Die Geschichte zeigt überdeutlich, welche Macht unbedachte Worte haben können.

Montag, 16 April 2012 20:27

Die Mehrzahl der hier gezeigten Hintergrundbilder stammen von dem Künstler Alfred Schmid.

Montag, 16 April 2012 20:27

Das erste soziale Netzwerk, mit dem wir in Kontakt gekommen sind, war CompuServe in 1986. Chat hieß dort CB und man konnte über vieles diskutieren. Sogar Tom Demarco (bester Projektmanager der Welt) war da und diskutierte mit.

Aber es stellte sich heraus, dass die Teilnahme an Chats zeitaufwändig war und unterm Strich betrachtet, auch nichts brachte. Auch in späteren Zeiten im AOL Chat stellte sich heraus, dass sich dort merkwürdige Persönlichkeiten tummelten, die es nicht geschafft haben, den Unterschied zwischen dem Respekt vor der Meinung eines anderen Menschen und dem Akzept dieser Meinung nicht verstanden hatten. Für mich schien das ein "Chats mit Deutschen" Phänomen zu sein.

Unter selbständigen Kollegen tauscht man sich natürlich immer wieder aus. So auch im Jahre 2001, als wir mit unserem Rat immer wieder in die Abgründe zwischen Linux, Solaris und Windows- Lagern der Festangestellten kamen.

Wir stellten uns die Frage, ob es gelingen könnte, hauptsächlich den Windowsern und den Linuxern mal diese sinnlosen Gräben vor Augen zu führen, die sich da in Verbindung mit dem unfertigen Chat-Gebaren auftat. Damals war auch die "Heise-PLattform" für viele Jahre Schauplatz des Gezänks.

So entwarfen wir eine Webseite mit dem Wort "windinux" in der Mitte. (Leider fiel die Seite dem Herzinfarkt meines Kollegen und dem nachfolgenden Erbschaftstreit zum Opfer). Im Oberen Bereich sah man dan auch einen Tux (Maskottchen der Linuxer), der von einer Windows-Fahne erstochen war und dessen Blut eindrucksvoll auf den Boden tropfte.

Die Behauptung auf unserer Webseite war, dass der Webserver auf einem Windows 3.11 gehostet sei, in Wirklichkeit war es natürlich ein komplett abgeschottetes Mini-Linux, gestartet vom Diskettenlaufwerk.

Eine kurze Kampagne im Internet und der Use-Count schnellte in astronomische Höhen. Natürlich haben viele Linuxer versucht die Seite zu hacken, denn so ein Windows müsste doch relativ einfach zu knacken sein. Dumm nur, dass es völlig unmöglich ist, einen Webserver für Windows 3.11 zu programmieren; das hätte nämlich bedeutet, man hätte einen Web-Server für DOS programmieren müssen. Natürlich hätte ich das mit viel Mühe irgendwie hinbekommen, aber dies Unterfangen wäre völliger Blödsinn gewesen. Es war nur interessant zu beobachten, was da auf dem Server alles so passierte und wie der technische Stand der INteressenten denn wohl wäre.

Also ganz einfaches Resümee: Viele mit "Keine Ahnung" wenige, die auch vor Morddrohungen nicht zurückschreckten und eine allgemein zu beobachtende Kommentarwut, ohne die es auch ginge.

Nun hört man ja, bei Facebook (manche nennen es auch Fratzenbuch) ginge es auch oft hoch her. Man hört sogar zuweilen, die Politik mache sich sowohl Sorgen als auch Gedanken. Da wir aber aus obigem Beispiel wissen, dass soziale Netze höchstens Verkäufer weiterbringen, nicht aber Käufer, halten wir uns von sozialen Netzen fern.

Wenn Sie trotzdem "dabei" sein wollen, dann denken Sie nicht an die Morddrohungen, die wir bekommen haben. Denken Sie einfach nur daran, dass es Sie ja nicht treffen kann.

Cool

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