Lösungsweg einzementiert! Ende, Aus!

Freitag, 20 Februar 2015 21:56 geschrieben von 
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Der Psychologe Allan Snyder ist bei Wikipedia gut beschrieben. Sein Experiment zeigt, erlernte Lösungsstrategien verhindern massiv, neue Lösungsstrategien zu entwickeln. Verhindern, nicht einfach nur erschweren! Was bedeutet das für Change und Innovation?

Das Video zeigt, wenn die Lösung eines Streichholz Puzzles eines bestimmten Typs gefunden ist, so werden alle nachfolgenden Aufgaben nach dem selben Muster gelöst.

Das klappt natürlich gut, wenn das Lösungsmuster der Aufgaben gleich ist. Was aber wenn nun ein anderes Lösungsmuster dazu kommt? Wird ein neuer Weg schnell erlernt oder verhindert die Kenntnis des alten Wegs?

Steht der Proband nach Lösung mehrerer Aufgaben aus dem selben Muster vor einer Aufgabe mit anderem Lösungsmuster, bleibt er trotzdem dem einmal gelernten Lösungsmuster verhaftet.

Dieser Test ist für mehrere Aufgaben im wirtschaftlichen Umfeld lehrreich. Einerseits muss ein Produktentwicklungsleiter verhindern, dass seine Leute in ähnliche Verhinderungslöcher der Kreativität stolpern, auf der anderen Seite ist die Frage, ob Change-Prozesse nicht daher prinzipiell von Menschen begleitet werden sollten, die sich a) dieses Problems bewußt sind und b) sinnvollerweise deshalb sogar bewußt als Externe ins Change-Team geholt werden sollten, um den Effekt abzuschwächen.

Stellen Sie sich einfach vor, welchen finanziellen  Aufwandsunterschied zwei Change-Projekte erzeugen, bei denen das Eine ohne Beachtung des Prinzips und das Andere unter Beachtung des Prinzips absolviert werden?

Je nach Change-Vorhaben oder beabsichtigter Produktentwicklung ist es daher sehr sinnstiftend, Leute von aussen zu holen um kreativ im Sinne von fördernd an Bord zu haben. Sonst produziert man für teures Geld Ladenhüter.

Wichtig wäre es noch anzumerken, die mittels Hilfe von Querdenkern und Aussen gefundene innovativeren Lösungen müssen durch hervorragendes Marketing und Kommunikation den Mitarbeitern näher gebracht werden; das größer als erwartete Unbekannte kan erheblich mehr verunsichern. Dem ist entgegen zu wirken.

Daher stimmt es einfach nicht wenn Interne einer Firma behaupten, Leistungen aus Unternehmensberatungen zu vermeiden, bedeute Einsparpotential. Das Gegenteil ist der Fall. Jedoch unterstützt vielfach die Firmenkultur und das Selbstverständnis der Angestellten das falsche Vorgehen. Jeder fühlt doch die erwünschte Antwort auf die Frage (JA!): Wir können doch unabhängig von bestehendem denken! Die richtige Antwort wäre Nein. Zumindest aus der Beurteilung des eingebauten Films (Quelle: Youtube. Einbindung gemäss Rechtssache C348/13 EuGH vom 21.10.2014)

Gelesen 7046 mal Letzte Änderung am Sonntag, 04 September 2016 18:15

Ich bin Inhaber der Firma it-dialog e.K. und entwickle seit 30 Jahren Produkte und leite seit 25 Jahren Projekte im Umfeld IT, Telekommunikation und Unternehmensorganisation, gerne auch als Interim Manager. Meine Erfahrung kombiniert mit Ereignissen der Gegenwart beschreibe ich journalistisch als Zeitzeuge; gerne über Dinge, die aus meiner Sicht auch besser laufen könnten. Ich hoffe auf Interessenten und Diskutanten

Webseite: www.it-dialog.com

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