Tech-Tourismus ins Valley

Donnerstag, 03 Dezember 2015 09:18 geschrieben von 
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Neulich hatte ich die Gelegenheit, Herrn Gisbert Rühl, Klöckner & Co. SE zuhören zu dürfen. Er sprach über Industrie 4.0 und was ihn dabei begeisterte.

 

Inhaltlich: Er fuhr ins Silicon Valley um sich mal zu informieren und hat dabei moderne Entwicklungstechnik gesehen. Nun, so modern auch nicht, zum Zeitpunkt der Besichtigung schon 15 Jahre alt. Schon Historienforschung? Was ihn begeisterte, war der "agile Workspace".

Zum besseren Absatz seiner Produkte fand er, könne das doch auch eine Lösung sein. Also suchte er solche Workspaces in Deutschland. Er wurde nur in Berlin fündig. Schade, die anderen Städte schlafe wohl noch. Naja, Hamburg hat ja auch die Olympia aus Deutschland rausgeschmissen. Man könnte ja Geld verdienen oder müsste was tun....

Zurück zu Herrn Rühl, er beschrieb begeistert, dass er einen Tisch gemietet habe wovon aus seine Neuentwicklungen starteten. (Wo war eigentlich sein CIO die letzten 15 Jahre?)

Also ich kann Herrn Rühls Begeisterung durchaus verstehen, die Techniken sind begeisternd.

Nur muß ich als Spezialist schon meine Fragen anbringen: Herr Rühl, die Zielplattform hätten Sie bei mir vor 25 Jahren schon in Freiburg sehen können, die Techniken seit etwa 15 Jahren. Wenn wir mal gnädig sind und akzeptieren, dass CEOs zuweilen etwas länger brauchen, weil sie ja so viel zu tun haben, frage ich mich schon, wie Deutschland wieder an die Exportweltmeisterschaft kommen will, wenn unsere CEOs 10 Jahre lang schlafen? Habt Ihr endlich ausgeschlafen?

Ich versuche seit 25 Jahren zu evangelisieren, auf welche Weise IT besonders nützlich sein kann. Erst dann, wenn die Jungs aus Deutschland ihre Lust-Touren nach Silicon Valley gemacht haben, kommen sie mit Neuigkeiten zurück, die schon wieder Historie sind. Ganz einfach, weilsie das, was wirklich neu ist, gar nicht sehen. Silicon Valley ist schon zu weit weg.

Dort legt man großen Wert auf Selbständigkeit. Dort wird die Existenz von Freiberuflern geschätzt, dort werden sie auch gefragt und Querdenken gelobt.

Die Runde, die Herrn Rühls wirklich sehr interessanten Vortrag gehört hat, war voll der Auffassung, sowas könne tatsächlich nur ein CEO bewirken. Wenn das in Deutschland Mindset ist, dann träumen die immer noch von Führung und haben nicht begriffen, dass moderne Erfindungen nur eben in Workspaces stattfinden werden.

Das ist neben Anderem auch der Grund für unser Konzept der USC Academy.

NACHTRAG: Lieber Herr Rühl, bitte nicht falsch verstehen: Gut, dass Sie die Aktionen unternommen haben. Ihre Begeisterung teile ich. Ich frage mich nur, weshalb die deutsche Führung immer so lange braucht und sich nicht auch mit Menschen abgibt, die ihnen viel schneller zu Lösungen verhelfen. Ich wünsche, Ihren Vortrag hören noch viele und nehmen sich ein Beispiel. Mir wünsche ich, man hört künftig besser zu.

Das Bild oben: Das ist SCRUM. Daher hat eine agile Softwaremethode ihren Namen: So stürmt man zusammen in einem Entwicklungsabschnitt zusammen.

Das Bild unten: So etwas dürfte Herr Rühl gesehen haben. Eventuell noch etwas rustikaler und im Kleidungsstil legerer.

workspace gut

Gelesen 2437 mal Letzte Änderung am Dienstag, 21 Februar 2017 08:49

Ich bin Inhaber der Firma it-dialog e.K. und entwickle seit 30 Jahren Produkte und leite seit 25 Jahren Projekte im Umfeld IT, Telekommunikation und Unternehmensorganisation, gerne auch als Interim Manager. Meine Erfahrung kombiniert mit Ereignissen der Gegenwart beschreibe ich journalistisch als Zeitzeuge; gerne über Dinge, die aus meiner Sicht auch besser laufen könnten. Ich hoffe auf Interessenten und Diskutanten

Webseite: www.it-dialog.com

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