Agenturen machen Angst

Montag, 21 Juli 2014 17:10 geschrieben von 
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Wenn vor zwanzig Jahren ein Mitarbeiter was Großes bewegen wollte, durfte er sich einen FreelancerAgentin sucht Freelanceraussuchen, von dem er bestens überzeugt war.

Das hat natürlich dazu geführt, dass sich Einkaufsabteilungen .....

.... kaum mehr durch die Papierberge an Rahmenverträgen durcharbeiten konnten. So schossen die einen oder anderen Agenturen wie Pilze aus dem Boden; man konnte dann als Einkauf einen Vertrag mit einer Agentur schliessen und die lieferten dann irgendwelche Spezialisten; endlich war der Einkauf die Verwaltung vieler Rahmenverträge mit Freelancern los und sie hatten dabei auch noch Spezialisten für die Vorauswahl der Freelancer zur Hand, die weitere lästige Arbeiten übernahmen.

Natürlich war dies auch die Zeit für folgendes Geschäftsmodell: Ein Internet Portal, auf dem sich viele Spezialisten registrieren konnten, aber auch Agenturen, die dann diese Spezialistendatenbank gegen Entgelt nutzen konnten.

Die berühmten Gulp Datenbanken.

Doch irgendwie reichte Gulp das daraus erlöste Geld nicht aus. Und so kannibalisierte Gulp sich zum ersten Mal selbst, indem es sein eigener Kunde wurde. Die anderen Agenturen waren stinksauer. Gulp hat angefangen, selbst IT-Personal zu vermitteln.

Im strategisch klugen und taktisch nächsten Schritt schauten die Einkäufer des Endkunden sodann auf die Margen der IT-Personalvermittler. Die Gulp-Vermittlungsfähigkeiten waren aus Sicht der zu Vermittelnden nicht immer herausragend. Es soll sogar vorgekommen sein, dass die Gulp-Vermittler nicht genaus wussten, wlehce Skills jemand braucht um vermittelt zu werden. Eine Reihe Kollegen gaben es auf, mit Gulp anzubieten.

Dann kam der zweite Akt bei den Einkäufern: Die Margen der Personalanbieter waren zu attackieren. Nja, bei Gulp war das nicht wirklich schlimm, denn die Qualität der Vermittlungen war nicht immer sichtbar (die Kundenbindungsdamen waren aber immer sehr jung und hübsch). Insofern kann man ja Dumpingpreise anbieten.

Die Konsequenz war, entweder konnten die anderen Agenturen im Gulp-Telekom Umfeld noch mitbieten und tauschten ihr gutes gegen weniger gutes Personal aus, oder sie liessen die Konzerne wie Telekom oder andere einfach sausen.

Im dritten Akt der Einkäufer vereinfachte man noch die internen Prozesse soweit, dass die Anforderungen ganz einfach wurden; die stellte der Fachmann nun in einem sehr eingeschränkten Fragebogen der Einkaufsabteilung. Die frühere Beratung fällt weg. Und das ist ganz besonders deshalb blöd, weil der interne Mitarbeiter ja diese Form des Rekruitments nicht häufig macht.

Schlimm. Kommentare würden mich freuen.

Schlimm ist dabei besonders, dass man ja nicht wirklich sagen kann, Gulp liefere keine wirklichen Spezialisten, denn damit würde man den zufällig Vermittelten echten Experten absolut Unrecht tun. Daher gibt es auch zu wenig Gulp Kritik im Netz. Aber ich kenne auch Menschen, die eine Vermittlung durch Gulp aus Renommée-Gründen ablehnen.

Ist Ihnen schon aufgefallen, dass viel weniger andere Agenturen Gulp nutzen als noch in 2013?

Gelesen 3591 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 29 Januar 2015 10:57
Michael Schmid

Ich bin Inhaber der Firma it-dialog e.K. und entwickle seit 30 Jahren Produkte und leite seit 25 Jahren Projekte im Umfeld IT, Telekommunikation und Unternehmensorganisation, gerne auch als Interim Manager. Meine Erfahrung kombiniert mit Ereignissen der Gegenwart beschreibe ich journalistisch als Zeitzeuge; gerne über Dinge, die aus meiner Sicht auch besser laufen könnten. Ich hoffe auf Interessenten und Diskutanten

Webseite: www.it-dialog.com

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