Anforderungen

Mittwoch, 04 Februar 2015 17:07 geschrieben von 
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Wer kennt das Problem nicht, der sich einmal mit dem Thema Anforderungsmanagement auseinandergesetzt hat: Was sind eigentlich Anforderungen, wie formuliert man sie, wie realisiert man sie und wie stellt man sicher, dass diese auch erfüllt werden?

Ich beabsichtige nicht, eine Ergänzung der Wikipediaeinträge zu dem Thema zu schreiben. Es ist nur sehr spannend, was man so alles antrifft. Für die Autobauer ist Anforderungsmanagement immer mit einem Produkt der IBM und seinen vermeintlichen Schrecken verbunden: DOORS. Für mich als Softwareproduzent ist eine Software eigentlich kein Problem. Es ist höchstens klar, dass bei schlechter Software der Mensch davor ein Problem hat. Aber das ist mit einem Tabellenprogramm genau so.

Wirklich erschreckend finde ich nur, dass ich immer wieder zu Problemen bei Produktentwicklungen gerufen werde. Das extremste Beispiel war ein Produkt in katastrophalem Entwicklungszustand, für das es genau ein Requirement gab.

Formulierung

Die Taxonomie um ein Produkt ist zu entwickeln. Diese Aufgabe wird im frühen Planungsstadium erledigt. Ist die Taxonomie klar muss die Anforderung so beschrieben sein, dass sie eindeutig ist. Die letzt genannte Forderung darf aber nicht zu Erbsenzählerei führen.

Eine Anforderung, die man nicht nachprüfen kann, ist keine Anforderung. Ein Beispiel: Kurz vor Abschluss der Produktentwicklung kam der Produktmanager und verordnete, das fast fertige Produkt müsse auf einem Microsoft Surface (Tabletrechner) mit Windows 8.1 mindestens 6 Stunden laufen. Abgesehen davon, dass die Anforderung gefühlt Jahre zu spät kam, der Fachmann weiß sofort Mehreres:

  1. Der Zustand des Akkus spielt eine entscheidende Rolle
  2. Der Energieverbrauch des Akkus hängt von vielen Faktoren ab wie zum Beispiel die Anzahl parallel laufender Prozesse und Hardware (WLAN, 3G/4G-Karte bei schlechter Netzabdeckung und vieles andere mehr)

Realisierung

Es gibt nicht nur ein Lastenheft (Anforderungsliste), sondern ein Pflichtenheft. Vereinfaacht: Das Lastenheft ist die Samlung des "WAS". Das Pflichtenheft beschreibt die genauen Details der Umsetzung. Es sagt damit das "WIE".

Sicherstellung der Lieferqualität

Eine Anforderung muss einfach nachprüfbar sein.

Fazit

Es ist nicht entscheidend, welche Mittel man zur Definition des Anforderungskatalogs einsetzt, sondern wie gut man in der Disziplin "Beschreibung" ist und wie tief man sich in die erfüllenden Lieferanten versetzen kann.

Querschläger

Ich erinnere mich gerne an meine Beiträge zur Anforderungsdefinition von Routern.  Es war ein Zusatzgerät zu definieren, das man allgemein als Netzwerkkomponente versteht. Diese Netzwerkkomponente erforderte Durchsatz; obschon die meisten Netzwerke der Welt mit 1GBit/s Switchen ausgerüstet waren, wollte man nur 100MBit/s Chips verbauen. Es dauerte relativ lange, die Mehrkosten zu erklären und den Akzepot zu bekommen. Viele Anforderer sind sich darüber nicht im Klaren, dass der Markt ihr Produkt nur dann abnimmt, wenn es den Gebrauch nicht stört. 

Gelesen 2950 mal Letzte Änderung am Mittwoch, 04 Februar 2015 18:33

Ich bin Inhaber der Firma it-dialog e.K. und entwickle seit 30 Jahren Produkte und leite seit 25 Jahren Projekte im Umfeld IT, Telekommunikation und Unternehmensorganisation, gerne auch als Interim Manager. Meine Erfahrung kombiniert mit Ereignissen der Gegenwart beschreibe ich journalistisch als Zeitzeuge; gerne über Dinge, die aus meiner Sicht auch besser laufen könnten. Ich hoffe auf Interessenten und Diskutanten

Webseite: www.it-dialog.com

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